02. Juli 2014 – 15:30 Uhr

Ich bin heute wieder alleine da. Das muss ja auch geübt werden. Und das letzte mal war ja nicht geplant. Ich hole beide in der Wohngruppe ab. Er muss zur Ergotherapie. Wir haben ja die eignen Kindersitze bereits im Auto und dann düse ich mit den beiden los. Die beiden zeigen mir den Weg. Na ja, gut dass das Auto ein Navigationssystem hat. Wir werden schon erwartet. Dann geht er mit seiner Therapeutin in den Gruppenraum. Wir zwei fahren zum Hafen und gucken ein paar Schiffe. Wir finden einen Spielplatz und sie zeigt mir, jetzt alleine und ohne Konkurrenz, wie gut sie schon klettern kann.

Als wir wieder zu dritt sind, fahren wir zum Strand. Der freundliche Tourismus Verband hat zwei riesige Hüpfburgen mit interner Rutsche aufgestellt. 6 Euro später höre ich nur noch kreischend meinen Namen und viel Gekicher. Eine ganze Stunde wird gehüpft und gerutscht.

Zwischenzeitlich muss ich ihn leider ermahnen. Er schubst einen kleineren Jungen und ich finde mich das erste mal in der schimpfenden Mama Rolle wieder. Er muss sich entschuldigen und macht dies widerwillig. Minuten später sitzt sie heulend oben an der Rutsche und will nicht runter. Nichte eil sie angst hat, oder sie jemand geärgert hat, nein, einfach nur weil sie nicht in „Ruhe“ rutschen kann und mir zeigen kann wie gut sie das kann. Nach ein paar Minuten rutscht sie dennoch und ich darf Krokodilstränen wegwischen.

Als laut der Magen anfängt zu knurren gehen wir essen. Hähnchen mit Pommes. Ich wage mich mit den beiden in ein Restaurant. Die Kellernin guckt skeptisch, aber die beiden zeigen sich von ihrer besten Seite. Selbst die Pommer werden zum größten Teil mit Messer und Gabel gegessen. Wir bekommen dafür von allen Tischen begeistertes Kopf nicken. Ach, so kann das sein wenn Kinder sich benehmen? Ist wohl nicht so oft? Die beiden dürfen selber zahlen und auch wenn er etwas unfreiwillig das gerade erhaltene Geld abgibt, schaffen wir es noch pünktlich zur Bettgeh-Zeit in die Wohngruppe. Es war ein schöner Tag. Entspannt.

Ich werde mit Umarmung, Küsschen und traurigen Blicken verabschiedet.