19. Juni 2014 – 16:00 Uhr

Wir sind Kindgerecht angezogen. Hoffen wir zumindest. Jeans, T-shirt, Turnschuhe. Wir sind auf toben, rennen, in Chaos versinken mental vorbereitet. Trotzdem nehmen wir unsere 10 Jahre alte Geheimwaffe mit. Unseren gealterten Labrador. Unseren Eisbrecher hoffen wir.

Mit ausreichend Leckerlies in den Taschen (FALLS er mal nicht so will wie wir, oder die Kinder), erreichen wir die Wohngruppe. Draußen streiten sich zwei Grundschüler so laut und mit solchen Schimpfwörtern, dass ich kurz über das veralterte „mit-Seife-den-Mund-auswaschen“ nachdenke. Die Wohngruppe ist verlassen, alle Kinder und Betreuer sind draußen spielen. Man hilft uns bei der Suche und auf einmal stehen wir vier (und Hund) uns gegenüber. Innerhalb einem Bruchteil einer Sekunde wird es laut. Der Hund wird begrüßt. Das wir da sind ist nett, aber der Hund hätte gereicht. 🙂

Das Eis ist gebrochen, wir haben gewonnen, weil wir ihn mitgenommen haben. Gemeinsam gehen wir und die Bezugsperson in der Wohngruppe mit den Kindern „spazieren“. Nun sagen ir die kurzen und der Hund rennen vor, wir „dackeln“ brav hinterher und beobachten. Damit sind wir nicht alleine. Vor allem das Mädchen bleibt hier und da stehen und guckt uns ganz genau an. Unweigerlich kommt man sich wie in einem Bewerbungsgespräch vor. Während er uns von seinen Dinosauriern erzählt, die wir selbstverständlich unbedingt sehen wollen, schaut sie uns versteckt hinter einem Baum oder ihren Betreuer uns zu.

Während wir zur Wohngruppe laufen, stürmen auch andere Kinder auf unseren Hund zu. Dieser trottet bereits Seite an Seite mit den Twins auf einer Höhe (bleibt ihm ja auch nichts anderes übrig, sie sind mit seinem Halsband verschmolzen). „Finger weg! Das ist UNSER Hund!“ Das kam wie aus der Pistole geschossen. Das ging ja schnell, denke ich mir.

Anschließend im Kinderzimmer belohnen wir die zahlreichen Stofftiere mit ausreichend ahhhs und ohhhs (als wären wir noch NIE hier gewesen). Der Hund wir gefüttert (jedes Korn einzeln) und es wird reichlich gekuschelt. Er hält das aus und ich werde bereits als Couch missbraucht. Ob wir denn wiederkommen, werden wir gefragt? Und wie oft man denn jetzt noch schlafen müsse.