04. und 11. April 2013,  19:00 Uhr – 21:00 Uhr

Es ist nicht die „Dame vom Amt“ die uns zwei Abende lang erzählt wo unsere Rechte als Pflegeeltern liegen, oder vielmehr welche Rechte die leiblichen Eltern und Familien haben. Es ist eine Anwältin. Das soll Kompetenz vermitteln und Sicherheit geben. Ehrlich gesagt wäre es mir egal was Sie beruflich macht, denn die Tatsache das Sie auch ein Pflegekind hat bzw. hatte macht Sie kompetent genug für mich. Sie hat das ja schließlich alles einmal mitgemacht. Sie muss es wissen.

Das ich mit dieser Einstellung nicht einmal ein Gespräch beim Kinderarzt schaffen würde wird mir schnell klar. Eigentlich ist es ein rechtliches Abenteuer – so eine Pflegefamilie zu sein. Es folgt ein Pfad durch den Paragraphen-Dschungel und Trauma-Geschichten. Es werden im groben die Hilfeplanprozesse erklärt, die Antragsstellungsverfahren und die Pflegevereinbarungen. In der folgenden Woche erfahren wir auch etwas über das Umgangsrecht mit den leiblichen Familien und wie das Sorgerecht aufgeteilt werden könnte.  Die Damen vom Amt sind auch da und es werden natürlich besonders die Sichtweisen des Amtes erläutert. Man solle sich ja verstehen heißt es dann, denn wir arbeiten ja schließlich alle für die Kinder. Da kann, da darf man nicht widersprechen, egal wie sympathisch „das Amt“ einem vorkommt, hat man doch so vieles in den Zeitungen gelesen wo es nicht funktionierte. Zugegeben, die guten Sachen stehen ja selten in den Tageszeitungen, das erfährt man meistens nicht einmal „beim Amt“ selber.

Aber wir sind nicht entmutigt. Das wird schon. Das haben andere vor uns geschafft – und noch ist alles so weit entfernt. Vor sind mal völlig entschlossen Pflegeeltern werden zu wollen, dann wieder nicht, dann sind wir unschlüssig und meistens haben wir nie die gleiche Gefühlslage. Aber wir nehmen es gelassen. Es bringt uns zusammen – dieses Projekt „Pflegekind“.